Wir machen einen Strich unter die Rechnung
Lange ist es her, viele Standpunkte wurden aus- und eingerollt, man ist vorran gekommen, hat sich immer noch weitergebildet, und jetzt bleibt die eigentliche Frage: Was hat die Schule gebracht?
War sie nur Zeitverschwendung, hätte man sich manche Jahre, oder zumindest manche Fächer sparen können? Und wie siehts eigentlich aus mit der persönlichen Entwicklung? Wäre es nicht vielleicht besser gewesen, die Zeit nicht in Klassenräumen, sondern in der Natur zu verbringen? Beim Wandern, auf Bergen, mit Abenteuern? Oder hatte es doch seinen Vorteil, früh genug zu lernen, dass das Leben auch mal langweilig und enttäuschend sein kann? Heute wollen wir diese Fragen klären, wir ziehen einen Strich unter die Rechnung unseres Bildungsweges.
Das klassische Bildungskonzept
"Setzen, Sechs!" - so geht der Satz, den alle kennen. Wer nicht spurt, wird bestraft. Und wer fleissig ist, wird belohnt. Klassische Konditionierung könnte man sagen. Doch funktioniert dieser Weg? Sicherlich bei jedem, der schon vor seiner Schullaufbahn fleißig, aufmerksam, und gut im Auswendiglernen war. Für diejenigen muss die Schule das reine Paradies gewesen sein: Aufgaben bekommen, sie erfüllen, und dann auch noch eine schöne Note. Hier wird der Geist der Fleißigen bestens gefördert, und zwar genauso, wie es die Kognition der Kinder erwartet. Aber was ist mit den Kindern, deren bisheriges Leben nicht nach diesem einfachen Konzept funktioniert hat? Die als Kleinkinder den Großteil ihrer Aufgaben selbst beschlossen? Zum Beispiel haben diese Kinder ihre Eltern früher nie gefragt, was sie heute machen sollen/können. Sie hatten die meiste Zeit frei und entschieden sich jeden Tag für Ihre eigenen Wege. Zum Beispiel, welches Motiv sie malen, welche Schuhe und Mode sie tragen möchten, oder welche Musik sie hören möchten. Dies sind die Individualisten unter den Kindern, welche im klassischen Bildungssystem eiskalt durchfallen, ohne zu verstehen weshalb, denn ein Kind begreift nicht, wieso es wichtig ist, eine gute Note zu bekommen. Alles, was es weiß ist, dass Lehrer und Eltern es von einem erwarten. Den Fleißigen reicht diese Erklärung aus, den mehr, als Erwartungen erfüllen, war auch bisher nicht wichtig.
Unterschiedliches Denken
Was viele nicht verstehen wollen ist, dass Menschen völlig unterschiedlich denken. Man merkte es früher beim Mathe-Unterrricht. Da war für den einen, der vorgegebene Weg völlig einsichtig und "logisch", und der nächste konnte sich beim besten Willen nicht erklären, weshalb zwei negative Zahlen multipliziert immer eine Postive sein würden. Der nächste meint, Timberland Boots seien am stabilsten, und der Übernächste hält die Schuhe von Puma für die festesten. Und das liegt schlichtweg daran, dass das Denken, oder Vernunft bei unterschiedlichen Menschen, völlig anders funktioniert. Und sich über diese Grenzen hinwegzusetzen bedeutet Vorstellungskraft zu haben. Zum Beispiel sich vorzustellen, dass ein Kind nicht einsieht, dass es zwanzig mal den gleichen Buchstaben schreiben soll, und dass mit allen Buchstaben des Alphabeths. Worin die Logik einiger Kinder es zulässt, auch reine Fleißaufgaben zu erfüllen, sehen andere darin Zeitverschwendung. Und gegen diese Unterschiede im Denken ist unser Bildungskonzept noch nicht gewappnet, da unser Werthe, und Logiksystem bisher nur nach dem Maßstab der Demut funktionierte: Erfüllen, was einem gesagt wird.
Das Ergebnis
Wer abwägen will, inwiefern sich seine Schulzeit für sich gelohnt hat, muss sich zualler erst selbst kennen. Wer sich für seinen Fleiß, seine Fähigkeit zum Aufgaben erfüllen schätzt, dem muss die Schule ein hervorragender Übungsplatz gewesen sein. Hier hatte er alles, was sein Herz begehrte: Aufgaben, und Menschen, die die Position von Bewertern inne hatten, an denen sie sich messen konnten
Die Anderen, die das Leben eher als den Versuch betrachten, sich selbst zu entwickeln, und wenn überhaupt Aufgaben zu absolvieren, dann jene zu denen man sich entschied, die werden ihre Schulzeit wohl eher als Training in Gedult zu schätzen wissen. Als Training dafür, sich selbst trotz aller Umstände treu zu bleiben.