Meine Mathelehrerin

Oft haben Mathelehrerinnen und Mathelehrer eine Gemeinsamkeit: sie sind streng und ihr Kleidungsstil liegt normalerweise nicht wirklich im Trend. Sie wirken oft verstaubt und altbacken. Doch dies muss nicht immer so sein, wie die Mathelehrerin aus meiner Schulzeit eindrucksvoll bewiesen hat.
Wenn sie in den Raum getreten ist, versprühte sie eine Aura der Freude und des Wohlfühlens. Sie strahlte bis über beide Ohren, begrüßte mit einem "Guten Tag" die Klasse und setzte sich an ihren Lehrertisch. Dabei konnten wir es kaum erwarten, dass der Matheunterricht begann. Unsere Mathelehrerin ließ uns bei der Bearbeitung der Aufgaben viel Freiraum. Lediglich den Theoriestoff erarbeiteten wir zusammen. Ihr Kleidungsstil war einfach elegant. Billige Schuhe waren gar nichts für sie, jedoch trug sie auch nicht unbedingt High Heels von Prada oder Gucci. Bequem und doch stilvoll - so sollte ihr Schuhwerk sein. Auch der Rest ihrer Kleidung war sehr überlegt und modisch abgestimmt. Mit Sicherheit holte sie sich Tipps und Ideen vom s. Oliver Shop, denn hier waren immer die neuesten Trends zu finden.


Was wir am Charakter unserer Mathelehrerin ganz besonders schätzten: ihre unbeschreiblich offene und nette Art. Eigentlich ist es eine Utopie, solch einen Charakter bei einer Mathematik- und Physiklehrerin zu finden, jedoch hatten wir das Glück, dass unsere Traumvorstellung einer idealen Lehrerin wahr wurde.
Zu ihrer ganz besonderen Art zählte neben der vielen Freiarbeit und dem Verständnis für lernschwächere Schüler auch der ein oder andere witzige Spruch. Mit Ironie und manchmal auch etwas Sarkasmus führte sie uns durch den Irrgarten der Mathematik - locker und leicht.
Nach dem Schulumbau und der damit verbundenden Modernisierung hielt auch neue Technik Einzug in die Klassenräume. Unsere Mathematiklehrerin war von dieser Technik überaus fasziniert, was dazu führte, dass Blumen, Schafe und Smileys die elektronische Tafel zierten. Und Schafe hatten es ihr sehr angetan: Immer, wenn eine mündliche Leistungskontrolle anstand oder jemand vor der Klasse etwas rechnen sollte, war sie auf der Suche nach einem sogenannten "Opferschaf", einen Schüler, den die Gunst der Stunde auswählte und der an die Tafel gehen durfte. Mit diesem Humor überstand man dann auch die Leistungskontrolle und konnte sich ruhig und mit einer oftmals guten Note in der Tasche wieder auf seinen Platz setzen und unsere Mathelehrerin lächelte nur verschmitzt in sich selbst hinein.
Was besonders auffiel: Sie hatte wirklich in keiner Stunde die gleiche Kleidungskombination auf dem Körper. S. Oliver hat also seine guten Dienste geleistet, sie beraten und auf den Weg eines guten Modegeschmacks geführt. Oft hat man sie auch in der Freizeit durch den Shop von s. Oliver schlendern sehen, einen modischen Schal oder ein neues, elegantes Oberteil in der Hand. Ich bin mir sicher, dass sie hier auch Ausschau nach modischen, günstigen Schuhen gehalten hat. Doch wie schon beschrieben: Sie legte viel Wert auf Eleganz - sie sollten nicht billig aussehen, aber trotzdem wenig kosten.


Für eine Lehrerin hatte sie wirklich einen ganz besonderen Charme. Man hat ihr ihre Unterrichtsfächer nicht angesehen - und bei dieser Kombination ist es wirklich unglaublich, dass es eine solche jugendlich wirkende und nette Lehrerin gibt. Jeder wurde von ihrer Art in den Bann gezogen, oft wurde gelacht, doch der Sinn des Unterrichts ging in keinem Fall verloren. Bei dieser Lehrerin lernten wir so viel, wie bei niemandem sonst. Und das liegt natürlich nicht zuletzt daran, dass der Unterricht einfach locker war - kein normaler Frontalunterricht. Auf Fragen wurde individuell eingegangen, jeder konnte sein Problem schildern und zusammen wurde nach einer geeigneten und vor allem verständlichen Lösung gesucht. Mit dieser Methode hat letztlich auch jeder Schüler das Abitur in Mathematik geschafft - mit recht guten Leistungen. Das Angst Fach wurde also zu einer machbaren Aufgabe für alle beteiligten Schüler.