Die Gunst und Missgunst eines Lehrers

Ob man in der Schule gute Leistungen erbringt oder nicht, hängt leider nicht nur von seinem eigenen Können ab. In der Notengebung ist man seinen Lehrern hoffnungslos ausgeliefert. Mag ein Lehrer seinen Schüler nicht, wird er ihn automatisch schlechter bewerten, als einen anderen Schüler, der objektiv betrachtet genau die gleichen Leistungen erbringt.

Ungerecht - ohne Frage. Man möchte dem Lehrer noch nicht einmal unterstellen, die schlechtere Bewertung absichtlich vorzunehmen. Oft laufen derartige Prozesse im Unterbewusstsein ab und der Betreffende merkt gar nicht, dass er sich von ganz anderen Dingen, nämlich seinen Emotionen steuern lässt und nicht mehr nur von seiner Rationalität, nach der er natürlich beide Schüler gleich gut bewerten müsste.

Als Schüler ist man derartigen Vorkommnissen auf Gedeih und Verderb ausgeliefert, denn nur in seltenen Fällen ist es möglich gegen die Bewertung Einspruch zu erheben. Gerade in Fächern wie Deutsch oder Kunst ist es besonders schwer nachzuvollziehen, wie gut oder schlecht ein Schüler tatsächlich bewertet werden müsste. Schüler, die also von ihrem Lehrer nicht gemocht werden, haben automatisch einen schlechteren Stand in der Schule.

Lehrer sind eben auch nur Menschen und handeln aus menschlichen Motiven heraus. Daher ist es als Schüler auch nicht angebracht, sich mit einem seiner Lehrer anzulegen. Letztendlich sitzen diese immer am längeren Hebel und ob es einem passt oder nicht: sie haben nun mal die Macht über ihre Schüler und können diese, wenn sie sich angegriffen fühlen, auch einmal ausspielen. So haben sie es beispielsweise in der Hand, einen Schüler immer wieder zu triezen, indem er jede Stunde abgefragt wird oder ständig an die Tafel muss. Sicher ist das nicht besonders nett von einem Lehrer, aber will man wirklich etwas dagegen unternehmen, wird einem im Endeffekt nichts anderes übrig bleiben, als die Klasse oder die Schule zu wechseln.