Das "Landschulheim-Phänomen"

Das Landschulheim-Phänomen ist ein Phänomen, das mit Sicherheit jeder kennt und jeder selbst schon einmal erlebt hat. Und zwar bezeichnet es das Phänomen, das man sich auf jeder Klassenfahrt einen bestimmten Jungen aussucht, auf den man es, zumindest für diesen Zeitraum, abgesehen hat. Landschulheim-Phänomen ist deshalb ein passender Name dafür, weil der Effekt meist innerhalb einer Klasse auftritt. Das Phänomen kann aber auch in allen erdenklich anderen Rahmen oder Situationen auftauchen. Jedesmal dann, wenn eine Gruppe Menschen aufeinandertrifft.

Als Mädchen oder junge Erwachsene sucht man sich - man weiß nicht genau, warum, wahrscheinlich um sich zu beschäftigen und sich um etwas Gedanken machen zu können - den Jungen oder jungen Mann heraus, der einem als kleinstes Übel erscheint oder einen auf irgendeine erdenkliche Art fasziniert oder hervorsticht. Man ist dann vermeintlich in ihn verliebt und steigert sich im Laufe der Zeit so sehr hinein, dass man meint, man würde ihn unbedingt haben wollen.

Ja, verliebt sein kann man sich einreden. In Wirklichkeit würde man den Jungen wahrscheinlich lange nicht so interessant finden, wenn man ihm einfach nur auf der Straße begegnen würde. Aber unter einer bestimmten Anzahl junger Männer, denen man mehr oder minder zufällig in einer Gruppe begegnet, ist man automatisch dabei, abzuchecken, welcher nun der interessanteste unter ihnen ist. Und: Männer dieser Welt aufgepasst: Das macht JEDE Frau, davor ist man also nie gefeit.